Fake News den Kampf angesagt

Veröffentlicht am: 02.08.2021

Medienkompetenz und Demokratisierung – darum geht es bei der Buzzard-App, mit deren Hilfe Schüler lernen sollen, wie sich Fake News – Falschnachrichten – entlarven lassen. Die Realschule plus mit Fachoberstufe in Birkenfeld und das benachbarte Gymnasium probieren sich schon seit vergangenem Jahr an der Software aus. Mit den Gymnasien Göttenbach und Heinzenwies testen nun auch zwei Schulen aus Idar-Oberstein das Programm, das von einem Medien-Start-up aus Berlin entwickelt wurde und dank Kreissparkasse und der Roland-Stiftung aus Veitsrodt von Schülern und Lehrern im Kreis kostenlos genutzt werden kann. Auf den Weg gebracht wurde die Nutzung der App in den Schulen vom Bundesmodellprojekt ‘unserBIR‘ der Kreisverwaltung.

Da kamen auch die Idar-Obersteiner Gymnasiasten ins Rätseln: Ist Schauspiellegende Morgan Freeman wirklich gestorben? Wird die Stadt Essen wegen dem Ramadan künftig in Fasten umbenannt, und wird man mit einem PCR-Test tatsächlich gegen Corona geimpft? Alles Quatsch! Doch diese Fake News kursierten erst vor wenigen Monaten in den Medien. Etliche Menschen fielen darauf rein, teilten die Infos im Internet, verliehen den erfundenen Geschichten damit Reichweite und Glaubhaftigkeit.

Doch woran erkennt man eigentlich eine Falschmeldung und wie lässt sich die Echtheit von Nachrichten überprüfen? Buzzard, ein Medien-Start-Up aus Berlin, hat eine gleichnamige App für junge Menschen entwickelt, die Fake News den Kampf angesagt hat. Für Schüler und Lehrkräfte im Kreis ist die Nutzung der Software in Schule und Freizeit kostenlos. Möglich machen es Sponsoren: Die Kreissparkasse Birkenfeld und die Roland-Stiftung aus Veitsrodt, die sich der Förderung von Jugend, Kultur und Sport verschrieben hat, stemmen gemeinsam die Finanzierung.

Neben den Sekundarschulen in Birkenfeld sind seit Kurzem auch die Gymnasien Göttenbach und Heinzenwies aus Idar-Oberstein an Board. Die Auftaktveranstaltungen dazu fanden kurz vor den Sommerferien statt. Wie arbeitet Buzzard? Hinter der App steht ein Team aus jungen und erfahrenen Journalisten, die Nachrichten aus aller Welt auf Echtheit und Relevanz überprüfen, ehe diese in der Anwendung erscheinen. Also Smartphones gezückt und los: Die Schüler Idar-Oberstein probierten sich direkt an der App aus. Ob eine Nachricht wahr oder falsch ist, lässt sich meist schon mit einer kurzen Recherche feststellen, erklärten Mira Kinn und Maika Schmitt vom Buzzard-Team.

Das Duo hatte für die Schüler einige nützliche Tipps parat: Immer die Seriosität von Autoren und Quellen überprüfen, lautet einer ihrer Ratschläge. Dafür sind im World Wide Web meist nur wenige Klicks nötig. Um Behauptungen in Beiträgen zu verifizieren, bieten sich Vergleiche zwischen unterschiedlichen Medien zur gleichen Thematik an, schilderten die Redakteurinnen weiter. Damit die Perspektivenvielfalt gewahrt bleibt und Filterblasen in sozialen Netzwerken aufgebrochen werden, bedient sich die Buzzard-App unterschiedlicher Nachrichtenquellen quer durchs politische Spektrum verteilt. Das intuitive Programm zeigt täglich verschiedene Standpunkte zu aktuellen Themen aus 1800 Zeitungen, Magazinen, sozialen Netzwerken und Webblogs mit journalistischen Einordnungen zu den jeweiligen Positionen. So sollen Jugendliche unter anderem Verständnis für die Motive von Andersdenkenden entwickeln und für die Hintergründe von Fake News sensibilisiert werden.