Wilzenberg-Hußweiler hat eine starke Dorfgemeinschaft und solide Finanzen
Wilzenberg-Hußweiler ist finanziell solide aufgestellt, weist ein aktives Vereinsleben auf und kann ein bemerkenswertes lokales Gewerbe vorweisen. Doch das sind nicht die einzigen Stärken der Doppelgemeinde mit ihren rund 300 Einwohnerinnen und Einwohnern, wie Landrat Miroslaw Kowalski bei seinem Besuch im Rahmen seiner Sommertour durch den Landkreis Birkenfeld erfuhr.
Treffpunkt war das zentral gelegene Freizeitgelände im Ortsteil Wilzenberg mit der imposanten Dorfeiche, die seit über 300 Jahren das Ortsbild prägt. Dort finden freitags regelmäßig gesellige Grillabende statt, zudem ist das Areal Schauplatz für traditionelle Veranstaltungen wie das Dorffest im Juli, das Oktoberfest und den Weihnachtsmarkt.
Im Gespräch mit Ortsbürgermeister Reimund Weber, seinen Beigeordneten Roman Weber und Andreas Jung sowie den Ratsmitgliedern Sven Lauer und Mathias Weber wurde dem Landrat ein umfassender Einblick in die Strukturen, Herausforderungen und Stärken der Gemeinde gegeben.
Ein zentrales Thema war die Kreisumlage. Ortsbürgermeister Weber bat darum, bei künftigen Entscheidungen deren Auswirkungen auf kleine Kommunen im Blick zu behalten: „Man sollte eine Erhöhung nicht leichtfertig beschließen.“ Landrat Kowalski zeigte Verständnis, verwies jedoch auf die finanzielle Situation des Kreises: Trotz eines erwarteten Defizits von rund elf Millionen Euro im Jahr 2025 liegt der Hebesatz zur Kreisumlage mit 43,7 Prozent weiterhin 2 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt. Zudem habe der Kreis immer neue gesetzliche Aufgaben zu bewältigen.
Finanziert wird vom Kreis beispielsweise der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). In diesem Bereich ist Wilzenberg-Hußweiler durch die Rufbuslinie 829 angebunden – zusätzlich zum regulären Schülerverkehr. Doch wie eine aktuelle Auswertung zeigt, wird das Angebot bislang nur wenig genutzt. „Die Bevölkerung müsste noch besser über die Möglichkeit der Rufbusse informiert werden“, regte der Beigeordnete Andreas Jung an.
Finanziell steht die Doppelgemeinde gut da. „Wir verfügen über eine stabile Rücklage“, betonte Ortsbürgermeister Weber. Ein Vorteil sei in diesem Zusammenhang, dass kein kostspieliges Bürgerhaus unterhalten werden müsse. Die ehemalige Schule wurde bereits vor Jahrzehnten an die ortsansässige Firma Becker verkauft, die hochspezialisierte Werkstoffe verarbeitet.
Als zentrale Begegnungsstätte fungiert heute das Sportlerheim im Ortsteil Wilzenberg. Es bietet Platz für rund 60 Personen und wird bei Veranstaltungen wie dem Sportfest im Juni, dem traditionellen Wandertag am 27. Dezember sowie für private Feiern genutzt.
Das Umfeld wurde in den vergangenen Jahren durch die sogenannte Bewegungsmeile weiter aufgewertet – eine Freizeitanlage mit Rundweg, Trimmgeräten, Boulebahn und Steinlehrpfad, gefördert durch EU-Mittel.
Die Sitzungen des Gemeinderates finden zumeist im Jugendraum des Sportlerheims statt, das Gemeindebüro ist im Feuerwehrhaus in Hußweiler untergebracht. Die örtliche Feuerwehr zählt derzeit 14 aktive Mitglieder; im Jugendbereich arbeitet man eng mit den Wehren aus Schwollen und Leisel zusammen.
Das Wirtschaftsleben in Wilzenberg-Hußweiler ist überraschend vielfältig. Neben der Becker Vertriebs GmbH sind unter anderem die Firmen Alu-Bissbort und Heizöl Pfeiffer im Ort ansässig. Ergänzt wird das Angebot durch eine Tierärztin, eine Friseurin und einen Hufschuh-Service. Mit dem Bornwiesenhof und dem Weberhof gibt es zudem zwei aktive Vollerwerbslandwirte.
Wichtiges Fundament des Gemeindelebens ist die ausgeprägte Bereitschaft zum Ehrenamt: „Wir haben eine intakte Dorfgemeinschaft, in die sich viele Bürgerinnen und Bürger mit Freiwilligeneinsätzen einbringen – sei es bei der Pflege von Spielplatz und Friedhof oder bei der Organisation des Altennachmittags“, so Reimund Weber.
Für Landrat Kowalski war auch ein Zeichen der Anerkennung: „Ich möchte mit meinen Besuchen nicht nur alle 96 Orte im Landkreis Birkenfeld besser kennenlernen, sondern damit auch meine Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement in unseren Dörfern ausdrücken.“ Wilzenberg-Hußweiler habe sich dabei als vorbildliche Gemeinde mit starkem Zusammenhalt präsentiert.
Bildunterzeile:
Im Schatten der mehr als 300 Jahre alten Dorfeiche in Wilzenberg-Hußweiler trafen sich (von links) das Ratsmitglied Mathias Weber, Ortsbürgermeister Reimund Weber, die Beigeordneten Andreas Jung und Roman Weber zum Gespräch mit Landrat Miroslaw Kowalski. Daran nahm mit Sven Lauer (rechts) noch ein weiteres Ratsmitglied teil. Foto: Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld