„Region der Lebensretter“: Landkreis Birkenfeld sucht qualifizierte Ersthelfer
Auch der Nationalparklandkreis Birkenfeld gehört jetzt zur „Region der Lebensretter“ und sucht ehrenamtliche Ersthelfer, die in der Lage sind, Patienten, die einen Herz-Kreislaufstillstand erleiden, zu reanimieren, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Ein schneller Einsatz qualifizierter Ersthelfer erhöht die Chancen drastisch, zu überleben und vor allem ohne jede Beeinträchtigung weiterleben zu können. Derzeit übersteht bundesweit nur jeder Zehnte einen solchen medizinischen Notfall außerhalb eines Krankenhauses.
Hauptproblem: Im Schnitt braucht ein Rettungswagen acht Minuten bis zur Einsatzstelle. Oft ist es dann zu spät. Hingegen erreicht bei der „Region der Lebensretter“ der erste Helfer durchschnittlich schon nach 3:14 Minuten das Ziel und kann lebensrettende Maßnahmen einleiten, berichtet der ehrenamtliche Koordinator Dr. Dirk Nauheimer und nennt eine weitere aussagekräftige Zahl: „60 Prozent der Alarme werden angenommen.“ Auf diese Weise können sich die Überlebenschancen vervielfachen. „Ziel ist, die behandlungsfreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, wodurch nachweislich Leben gerettet werden“, unterstreicht Nauheimer: „Beim Herz-Kreislaufstillstand sind die ersten drei bis fünf Minuten nach dem Ereignis entscheidend, ob ein Patient eine Chance bekommt zu überleben.“
Dahinter steckt ein ausgeklügeltes System: Bei jedem Rettungseinsatz aufgrund eines Kreislaufstillstands oder Bewusstlosigkeit werden möglichst vier Ersthelfer alarmiert, die früher als der Rettungsdienst vor Ort sein können, was anhand des eingegebenen aktuellen Verkehrsmittels (Auto, Rad oder zu Fuß) ermittelt wird: Zwei sollen die Reanimation übernehmen, der dritte einen Defibrillator besorgen und der vierte als Einweiser für den Rettungswagen fungieren. Das ist der Idealfall. „Vorrang hat immer die Reanimation“, erläutert Nauheimer. Gerade im Kreis Birkenfeld zahlt es sich aus, dass die Bittmann-Stiftung flächendeckend Gemeinden und Vereinen Defibrillatoren angeboten hat, deren Standorte und zeitliche Verfügbarkeiten im System hinterlegt werden. Auch der Landkreis wird in diesem Jahr an den Schulen und Sporthallen in seiner Trägerschaft entsprechende Geräte installieren.
Bereits seit dem Wechsel zur Integrierten Leitstelle Trier befasst sich die Kreisverwaltung Birkenfeld
intensiv mit der Einführung einer Ersthelfer-App. Nach Klärung insbesondere der versicherungsrechtlichen Fragen, vor allem mit Blick auf einen umfassenden Schutz der qualifizierten Ersthelfer, wurde die App „Region der Lebensretter“ jetzt freigeschaltet. Landrat Miroslaw Kowalski appelliert an alle medizinischen Fachkräfte, ob Ärzte, Sanitäter, Kranken- und Altenpfleger, aber auch an Feuerwehrleute und THW-Helfer mit jährlich aufgefrischter Erste-Hilfe-Schulung, sich bei der „Region der Lebensretter“ zu registrieren. Auch die sogenannten First Responder gehören zur Zielgruppe.
Im Raum Trier, wo sich neben der kreisfreien Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg inzwischen der Eifelkreis Bitburg-Prüm der „Region der Lebensretter“ angeschlossen hat, sind laut Nauheimer bereits 1.120 qualifizierte Ersthelfer gemeldet.
Die Entscheidung zugunsten der App „Region der Lebensretter“ wurde getroffen, um im gesamten Rettungsdienstbereich Trier eine einheitliche Lösung zu etablieren und Synergieeffekte zu nutzen. Somit können die schon registrierten Ersthelfer auch bei Herz-Kreislaufstillständen im Nationalparklandkreis Birkenfeld alarmiert werden, sofern sie sich in räumlicher Nähe zum Einsatzort befinden.
Registrierung im Internet unter Region der Lebensretter e.V. – Dein Retter ein Klick entfernt - dort Gesamtregion Trier auswählen.
Bildunterzeile:
Landrat Miroslaw Kowalski (rechts) und Dezernent Roland Praetorius freuen sich darüber, dass der Kreis Birkenfeld nun zur „Region der Lebensretter“. Zugleich werben sie dafür, dass sich nun möglichst viele qualifizierte Personen bei dieser Ersthelfer-App registrieren lassen. Foto: Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld