Landrat sammelt in Oberwörresbach viele positive Eindrücke

Veröffentlicht am: 26.09.2025
Kreisbereisung Oberwörresbach

Ruhige Lage inmitten einer reizvollen Landschaft, ein schmuckes Gemeindehaus als Herzstück des Dorflebens und ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Diese Eigenschaften machen den Charme von Oberwörresbach aus, wie Landrat Miroslaw Kowalski bei seinem Besuch im Rahmen der Kreisbereisung feststellen konnte.

Exakt 111 Menschen leben aktuell in dem kleinen Ort, der eingebettet im Wiesental des Wörresbachs und umgeben von drei Höhenzügen liegt. Durchgangsverkehr gibt es hier kaum, nur eine offizielle Straße führt ins Dorf. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Oberwörresbach 1453. Einen markanten Einschnitt in der Dorfgeschichte brachte 1933 die Eingemeindung nach Herrstein, die bis zum 1. Mai 1952 andauerte. Seitdem ist Oberwörresbach wieder eigenständig – die Bekanntmachung des damaligen Landesgesetzes hat im Gemeindehaus bis heute einen Ehrenplatz.

Dort begrüßten der Erste Beigeordnete Mathias Druglat sowie das Ratsmitglied Heidi Juchum, die bis 2019 Ortsbürgermeisterin war, den Landrat. Das Gemeindehaus ist Mittelpunkt des dörflichen Lebens: Über 6000 Stunden Eigenleistung flossen Ende der 1990er-Jahren in die Erweiterung und Modernisierung des 1967 errichteten Gebäudes. Seither achten die Oberwörresbacher sehr darauf, Haus und Umfeld in Schuss zu halten. Vor dem Gebäude lädt ein Platz mit Dorfbrunnen zum Verweilen ein, direkt gegenüber bietet der 2021/2022 erneuerte Spielplatz den Kindern Gelegenheit zum Austoben.

Hinter dem Gemeindehaus stehen eine Grillhütte und eine Freifläche, die für Feiern und Veranstaltungen genutzt werden. Künftig soll auf der Grillhütte eine PV-Anlage installiert werden, zudem denkt der Gemeinderat über eine Teilüberdachung der Freifläche nach.

Höhepunkt im Veranstaltungskalender ist die traditionelle Brämerekirb am letzten Juliwochenende, bei der am Kirmessonntag ein großes Paella-Essen stattfindet. Weitere Fixpunkte im Veranstaltungskalender ist die Feier am 1. Mai, das gemeinsame Aufstellen des Weihnachtsbaums am Samstag vor dem ersten Advent und die Weihnachtsfeier des Verschönerungsvereins Oberwörresbach (VVO) mit Theateraufführung am Samstag vor Heiligabend. Das VVO-Ensemble nennt sich übrigens „Uff die letzt Sekund“ – ein Name, der darauf hinweist, dass sich die Akteure bis zum Probebeginn immer etwas Zeit lässt, so Druglat schmunzelnd.

Der Erste Beigeordnete ist auch Vorsitzender des VVO, der der einzige Verein im Dorf ist. „Aber wir haben hier eine sehr gut organisierte Gemeinschaft. Bei uns geht sehr viel übers Ehrenamt“, betonte Heidi Juchum. Seit vielen Jahren gibt es im Gemeindehaus beispielsweise einen regelmäßigen Spieletreff und jeden Donnerstag wird dort der Gastraum – die Brunnenschänke – fürs gemütliche Beisammensein geöffnet, sodass das Gemeindehaus in gewisser Weise auch die Funktion einer Gastwirtschaft erfüllt.

Hinzu kommen Aktionstage, bei denen sich immer viele Helfer finden, wie Druglat und Juchum berichteten. Einsatzorte sind dann beispielsweise das Gemeindehaus, der Spielplatz oder der Friedhof. „Wir haben auch einmal einen Umwelttag ausgerichtet. Das hat sich aber nicht gelohnt, weil beim Sammeln noch nicht einmal ein Sack Müll zusammengekommen ist“, berichtete Druglat.

Gleichzeitig sprachen Druglat und Juchum mit dem Landrat auch über die Herausforderungen des Dorfes. 2016 musste die Freiwillige Feuerwehr mangels Personal aufgelöst werden. Die demografische Entwicklung zeigt sich auch in Oberwörresbach an einem relativ hohen Altersdurchschnitt, der bei 54 Jahren liegt.

Umso wichtiger sei es, junge Menschen im Ort zu halten und neue Familien zu gewinnen. Zwar gibt es im Baugebiet „Im Wingert“ noch fünf Bauplätze zu günstigen Konditionen (der Quadratmeterpreis liegt bei lediglich 16 Euro), doch die starke Hanglage erschwert die Vermarktung. Daher will die Ortsgemeinde künftig eher Leerstände verhindern und Baulücken schließen, anstatt ein neues Baugebiet zu erschließen.

Weitere Themen im Gespräch mit dem Landrat waren die Hochwasserproblematik am Wörresbach, die Sanierung von Wirtschaftswegen und die Erneuerung der Straßenschilder. Auch die wirtschaftliche Vielfalt kam zur Sprache: In Oberwörresbach gibt es noch einen Vollerwerbslandwirt, einen Friseursalon, einen Garten- und Holzfällbetrieb, einen Edelsteingestalter, eine Goldschmiedin sowie ein Ferienhaus für Urlauber.

Zum Abschluss besichtigten Kowalski, Druglat und Juchum den Friedhof, auf dem bis Ende des Jahres ein Urnenrasengräberfeld entsteht. Damit trägt die Gemeinde den Veränderungen in der Bestattungskultur Rechnung.

Landrat Kowalski zeigte sich beeindruckt: „Oberwörresbach ist ein kleiner, schnuckliger Ort mit großem Gemeinschaftsgefühl.“ Seine Gastgeber hörten dieses Lob natürlich sehr gern und betonten ihrerseits, dass sie sich über Miroslaw Kowalskis Besuch sehr gefreut hätten. „Wir haben einen Landrat, der die Bürgernähe sucht und diese auch findet“, betonte Mathias Druglat.  

Bildunterzeile:

Landrat Miroslaw Kowalski, die frühere Ortsbürgermeisterin Heidi Juchum und der Erste Beigeordnete Mathias Druglat (von links) vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Oberwörresbach.