Nach Beschluss im IWUK: Weg frei für Millionensanierung von Gebäude 2
Mit einstimmigen Beschlüssen hat der Ausschuss für Infrastruktur, Wirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (IWUK) in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend zentrale Projekte auf den Weg gebracht: Das Gremium billigte zum einen die Auftragsvergabe für Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Verwaltungsgebäude 2 in der Schneewiesenstraße 25 mit einem Gesamtvolumen von rund 1 Million Euro. Zum anderen sprach sich der IWUK für die finanzielle Beteiligung des Kreises an der Planung einer möglichen Verkehrsanbindung des Heinrich-Hertz-Campus (HHC) in Birkenfeld an die Bundesstraße 41 aus.
Das 1912 von den Oldenburgern im klassizistischen Stil errichtete Gebäude 2 der Kreisverwaltung (Schneewiesenstraße 25) weist im Dachbereich zunehmend Schäden durch eindringendes Niederschlagswasser auf und muss daher umfassend instandgesetzt werden. Die Finanzierung ist bereits gesichert: Der Kreistag hatte die Mittel bereits im Haushaltsplan 2023 bereitgestellt, zudem wurde schon ein Landeszuschuss von bis zu 843.000 Euro bewilligt.
Nun soll das Vorhaben verwirklicht und für die im ersten Schritt geplanten Außengewerke die trockene Jahreszeit möglichst effektiv genutzt werden. Die IWUK-Mitglieder haben Landrat Miroslaw Kowalski deshalb am Dienstag dazu ermächtigt, in Form eines Vorratsbeschlusses die Aufträge für die Gerüstarbeiten, die Dachdecker- und Zimmerarbeiten, die Erneuerung der Fenster und der Malerarbeiten für einen neuen Fassadenanstrich an den jeweils wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben.
Für alle vier Gewerke läuft bereits die Ausschreibung. Die Submissionstermine sind aber erst Ende April, sodass ein ordentlicher Beschluss des IWUK, bei dem bereits verbindliche Angebote vorgelegen hätten, den Baubeginn um circa vier Wochen verzögert hätte. Geplant ist aber, dass bereits Mitte Mai mit dem Aufbau eines Gerüsts der Startschuss für die Sanierung des Verwaltungsgebäudes fallen soll.
Das mit der Planung des Vorhabens beauftragte Ingenieurbüro Hub (Idar-Oberstein) hat die Kosten für die Gerüstarbeiten mit circa 107.000 Euro veranschlagt. Die Kostenschätzung für die Dachdecker- und Zimmerarbeiten liegt bei rund 498.000 Euro. Bei der denkmalgerechten Erneuerung der Fenster wird mit einem Kostenaufwand von etwa 363.000 Euro gerechnet. Knapp 87.000 Euro sind es bei den Malerarbeiten.
Festgelegt hat der IWUK in seinem Beschluss, dass bei allen vier Gewerken die Auftragssumme des wirtschaftlichsten Bieters die Kostenkalkulation um maximal 10 Prozent übersteigen darf. Liegt sie höher, darf der Landrat den Auftrag nicht erteilen.
Die Arbeiten an den Außengewerken sollen – so Oliver Klein von der Bauabteilung in der IWUK-Sitzung – möglichst bis Jahresende abgeschlossen werden. Danach ist in einem zweiten Schritt die Innensanierung des Dachgeschosses in Gebäude 2 vorgesehen.
Ebenfalls einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass sich der Kreis mit rund 20.200 Euro an der Planung einer direkten Verkehrsanbindung des Heinrich-Hertz-Campus an die B41 beteiligt.
Landrat Kowalski, der selbst von 2014 bis 2023 Stadtbürgermeister von Birkenfeld war, erinnerte in diesem Zusammenhang zunächst an die jahrzehntelangen Diskussionen zur Verkehrsführung in diesem Bereich.
Die aktuellen Überlegungen sehen nun die Fortführung der bestehenden Kreisstraße 7 vor, die künftig eine leistungsfähige Verbindung vom Nordtor der ehemaligen Bundeswehrkaserne bis zur Einmündung auf die B41 am sogenannten Schmißberger Eck schaffen könnte. Hierfür müsste ein bestehender Wirtschaftsweg im Schönenwald ausgebaut werden.
Der Abschnitt von der scharfen Kurve der Kreisstraße 7 bis zum Nordtor dient schon jetzt als provisorische Zufahrt zur Liegenschaft, da deren Haupteingangsbereich wegen der aktuellen Erschließungsarbeiten auf dem Heinrich-Hertz-Campus gesperrt ist.
Die Initiative, die Lösungsvariante einer möglichen Fortführung der K7 auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten hin zu prüfen, geht von der Stadt Birkenfeld aus. Sie wird ebenfalls 20.200 Euro für die Erstellung einer Planung beisteuern.
Insgesamt werden diese Kosten auf rund 161.000 Euro geschätzt. Nach mehreren Gesprächen mit Vertretern des Verkehrsministeriums wurde der Stadt Birkenfeld aber in Aussicht gestellt, dass das Land 75 Prozent dieses Betrags übernimmt, sodass die Stadt bereits einen entsprechenden Förderantrag gestellt hat.
Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne soll bekanntlich ein Gewerbe- und Handwerkerpark, eine IT-Meile sowie einen Gesundheitscampus entstehen. Dafür verantwortlich ist die 2022 gegründete Entwicklungsgesellschaft Hertz Campus Birkenfeld (EHGC) mit insgesamt fünf Partnern, von denen die Stadt der größte Anteilseigner ist.
Im Zusammenhang mit dem Heinrich-Hertz-Campus informierte Dezernent Roland Praetorius im weiteren Verlauf der IWUK-Sitzung darüber, dass der Kreis dort bereits den Keller und das Erdgeschoss eines Gebäudes angemietet hat. Dort sollen künftig Verwaltungsakten zentral und sicher gelagert werden. Bisher werden diese Akten verteilt in den Verwaltungsgebäuden gelagert. Um die bestehenden Kapazitäten in Birkenfeld für Büroräume besser nutzen zu können soll die Umlagerung und anschließende Sanierung der Räume erfolgen.
Unter dem Punkt „Mitteilungen“ berichtete Praetorius zudem darüber, dass der mangelhafte Glaspavillon am Verwaltungsgebäude 2a auf Kosten der ausführenden Firma zurückgebaut wurde, nachdem im gerichtlichen Verfahren beweiskräftig die Mängel durch mehrere Begutachtungen festgestellt wurden. Für eine neue Eingangslösung werden derzeit Angebote eingeholt, der Aufbau des neuen Haupteingangs soll erfolgen, sobald die Baumaßnahmen am Nebengebäude abgeschlossen sind.
Auch beim Erweiterungsbau der Realschule plus/Fachoberschule in Birkenfeld geht es voran: Der Rohbau ist weitgehend abgeschlossen, aktuell läuft die Dachabdichtung. In der kommenden Woche sollen die Innenausbauarbeiten mit dem Gewerken Elektro, Sanitär, Heizung und Lüftung beginnen. „Wir liegen voll im Zeitplan und im Kostenrahmen“, betonte Praetorius. Für die nächste Sitzung im Mai ist ein Ortstermin des IWUK an der Schule geplant, damit sich die Gremiumsmitglieder selbst ein Bild vom Baufortschritt bei diesem 8,5 Millionen Euro teuren Projekt machen können.
Bildunterzeile:
Rund 1 Million Euro wird der Kreis in die Sanierung des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes in der Schneewiesenstraße 25 investieren. Dort werden unter anderem die Dacheindeckung und die Fenster erneuert. Foto: Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld