Hilfe für Angehörige psychisch Kranker

Veröffentlicht am: 16.11.2023

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes bietet ab­ Januar 2024 eine Gruppe für Angehörige psychisch Erkrankter (GAP)an

Psychisch krank – Und jetzt?

Das fragen sich viele Angehörige, wenn eine nahestehende Person aus dem Familienkreis (Partner, enge Freunde) plötzlich psychisch erkrankt. Davon sind die Angehörigen immer betroffen und die Erkrankung bringt meist große Herausforderungen für das gesamte Umfeld mit sich. Sie wollen den Erkrankten unterstützen, jedoch entsteht durch die schwierige Lebenssituation oft ein Gefühl der Rat- und Hilflosigkeit.

Daher besteht verständlicherweise bei vielen Angehörigen der Wunsch nach mehr Informationen über die Hintergründe der Erkrankung, die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten (Medikamente, Psychotherapie etc.), oder auch darüber, wie sie selbst nun mit dem nahestehenden Menschen umgehen können. Die Beziehung zu dem oder der Erkrankten kann sich plötzlich verändern. Unter Umständen sind viele weitere Institutionen involviert: Ärzte, Kliniken, Sozialamt, Polizei oder gar das Gericht. Die Gesetze und Vorgänge sind nicht nur für den Erkrankten manchmal verwirrend, sondern werfen auch Fragen für das Umfeld auf.

Der Sozialpsychiatrische Dienst (SPDI) des Gesundheitsamtes Idar-Oberstein berät und unterstützt nicht nur Menschen mit einer psychischen Erkrankung, sondern auch deren Angehörige und das enge Umfeld.

Ab Januar 2024 bieten Frau Carolin Smith, Dipl. Sozialpädagogin (FH) und Traumapädagogin (BAPT e.V.) und Frau Britta Dräger, Dipl.-Pädagogin und Systemische Beraterin, als Fachkräfte des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamtes Idar-Oberstein allen Interessierten aus dem Landkreis Birkenfeld die Möglichkeit, an der Gruppe für Angehörige psychisch erkrankter Menschen teilzunehmen.

In der Gruppe sollen neben den verschiedenen Krankheitsbildern (z.B. Depression, Psychose, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen) auch die jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten, Informationen zur Rückfallvermeidung, Hilfen im Umgang mit den Erkrankten, sozialrechtliche Aspekte, sowie die eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung und Entlastung angesprochen werden.

Weiterhin soll Raum für Sorgen, aktuelle Probleme und für Erfahrungsaustausch geboten werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine klassische Selbsthilfegruppe handelt, bei der der persönliche Austausch der Teilnehmer im Vordergrund steht. Vielmehr wollen die Mitarbeiter des SPDI Wissen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit nahestehenden psychisch erkrankten Menschen vermitteln.

Die Gruppe findet ab Januar 2024 einmal im Monat jeweils donnerstags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr in der Ida-Purper-Schule in Idar-Oberstein in der Vollmersbacherstraße 55 statt und besteht aus 5-6 aufeinander aufbauenden Modulen. Bei Interesse ist es notwendig, sich vorab per E-Mail unter c.smith@landkreis-birkenfeld.de und b.draeger@landkreis-birkenfeld.de, oder telefonisch unter 06781-2008-0 anzumelden. Die Plätze sind begrenzt.  Nach Anmeldung wird der erste Termin bekannt gegeben.