Graue-Flecken-Programm: Beteiligte des Projekts stimmen nächste Schritte ab

Veröffentlicht am: 24.03.2026
Symbolfoto Graue-Flecken-Programm

Beim jüngsten Jour-Fixe-Treffen am Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) haben die Projektbeteiligten den aktuellen Stand sowie das weitere Vorgehen zur Umsetzung des sogenannten Graue-Flecken-Programms im Nationalparklandkreis Birkenfeld erörtert. Ziel des Förderprojekts ist es, bestehende Versorgungslücken beim Glasfaserausbau zu schließen und die digitale Infrastruktur nachhaltig zu stärken, um möglichst vielen Privathaushalten und Unternehmen schnelles Internet zur Verfügung zu stellen.

Den Ausbauauftrag für das Großprojekt, dessen Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von rund 29 Millionen Euro zu 90 Prozent durch Bund und Land bezuschusst wird, hat die Telekom Deutschland GmbH erhalten. Drei Vertreter des Unternehmens – Thomas Strauch, Daniel Groß und Wladimir Bolt – informierten bei der Zusammenkunft am UCB über die bereits getätigten und als nächstes geplanten Schritte.

Eine zentrale Rolle bei der Koordination des Graue-Flecken-Programms übernimmt die Wirtschaftsförderungs- und Projektentwicklungsgesellschaft des Landkreises (WFG). Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Kommunen, Fördermittelgebern, Telekommunikationsunternehmen und weiteren Beteiligten. Seitens der WFG nahmen deren Geschäftsführerin Christina Biehl und Chiara Bruch am Treffen teil.

Auch Landrat Miroslaw Kowalski, Dezernent Roland Praetorius sowie Vertreter der Verbandsgemeinden Birkenfeld, Baumholder und Herrstein-Rhaunen sowie der Stadt Idar-Oberstein verschafften sich einen Überblick über den derzeitigen Planungsstand.

Im Rahmen des Graue-Flecken-Programms sollen im Landkreis Birkenfeld insgesamt 11.253 Adresspunkte mit 15.903 Haushalten an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Dabei handelt es sich um bisher unterversorgte Haushalte, die bislang nicht über eine zuverlässige Datenrate von mindestens 200 Mbit/s symmetrisch beziehungsweise 500 Mbit/s im Download verfügen.

Für die Umsetzung des Vorhabens sind umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich: Auf öffentlichem Grund sollen im Zuge des Graue-Flecken-Programms kreisweit etwa 280 Kilometer Leitungen verlegt werden. Hinzu kommen rund 122 Kilometer auf privaten Flächen zur Herstellung der Hausanschlüsse. Darüber hinaus ist die Installation von mehr als 400 Verteilergehäusen vorgesehen.

Teilweise kann dabei auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden – rund 50 Kilometer an Leitungen aus dem bereits abgeschlossenen Weiße-Flecken-Programm sollen weiter genutzt werden, informierten die Telekom-Vertreter aus Nachfrage aus der Runde.

Nach aktuellem Stand ist vorgesehen, mit den Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2026 zu beginnen. Ein offizieller Spatenstich ist geplant. Der Ausbau soll zunächst in der Stadt Idar-Oberstein starten, bevor schrittweise die Ortschaften in den drei Verbandsgemeinden folgen.

Die Vergabe der Tiefbauarbeiten an Fachfirmen, die die Telekom beauftragt hat, wird voraussichtlich Ende April abgeschlossen sein. Ziel ist es, das Gesamtprojekt bis Ende 2028 fertigzustellen. Um den ambitionierten Zeitplan einzuhalten, wird geprüft, ob parallel in mehreren Ausbaugebieten gearbeitet werden kann.

Ein besonderes Augenmerk legen alle Beteiligten auf eine transparente und verlässliche Kommunikation. Geplant sind unter anderem Bürgerinformationsveranstaltungen sowie frühzeitige Hinweise zu Bauzeiten und -abschnitten in den jeweiligen Kommunen.

Für individuelle Fragen rund um den Glasfaseranschluss stehen den Bürgerinnen und Bürgern zudem die Glasfaser-Experten im Telekom Shop in Idar-Oberstein, Hauptstraße 340, zur Verfügung.

Mit dem Fortschritt des Graue-Flecken-Programms setzt der Landkreis Birkenfeld einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer flächendeckenden und zukunftssicheren Gigabitversorgung.

Bildunterzeile:

Mit dem Graue-Flecken-Programm wird der Glasfaserausbau im Landkreis Birkenfeld fortgesetzt. Den Auftrag dafür hat die Telekom Deutschland GmbH erhalten. Sie will im Sommer 2026 mit den Baumaßnahmen beginnen, die voraussichtlich zweieinhalb Jahre andauern werden. Symbolfoto: Pixabay