Sehr breites Bildungsangebot und neue Perspektiven: Landrat besucht die BBS
Nach dem Auftakt in der Ida-Purper-Realschule hat Landrat Miroslaw Kowalski seine Besuchsreihe durch die kreiseigenen Bildungsstätten in der unmittelbaren Nachbarschaft fortgesetzt. In der Vollmersbachstraße verschaffte er sich einen Eindruck von der größten Schule im Landkreis – der Berufsbildenden Schule (BBS) Idar-Oberstein, die als Zusatz den Namen des Unternehmers und städtischen Ehrenbürgers Harald Fissler trägt.
Derzeit werden rund 1750 Schülerinnen und Schüler von mehr als 100 Lehrkräften an der BBS unterrichtet. Deren Wurzeln reichen bis ins Jahr 1843 zurück, als die damalige Gewerbeschule Oberstein den Betrieb aufnahm.
Am heutigen Standort in der Vollmersbachstraße entwickelte sich die Schule schrittweise: Ab 1958 wurde zunächst die kaufmännische Schule (später Wirtschaft), ab 1967 die gewerbliche Berufsschule (später Technik) angesiedelt. Einen wichtigen Meilenstein markierte das Jahr 2017, als die zuvor eigenständigen Schulen BBS Technik und BBS Wirtschaft zusammengeführt wurden und seitdem die beiden Abteilungen der fusionierten BBS Idar-Oberstein bilden.
„Beeindruckend ist vor allem die Breite des Bildungsangebots und die Vielzahl an Berufsfeldern, in denen hier die schulische Ausbildung erfolgt“, betonte der Landrat bei seinem Besuch. Dazu wurde Miroslaw Kowalski von einer großen Runde empfangen. Neben Direktor Markus Müller nahmen insgesamt 13 weitere Vertreter der Schulleitung und des Kollegiums am Gedankenaustausch teil.
Diese hoben ebenfalls die Vielfalt der Bildungsgänge hervor: Das berufliche Gymnasium mit den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik (Schwerpunkt Biologietechnik) führt seine Absolvent/innen zur allgemeinen Hochschulreife. Die Fachschulen in den Bereichen Sozialwesen und Technik qualifizieren zum „Bachelor Professional“. Ergänzt wird das Angebot durch die Höhere Berufsfachschule mit den Schwerpunkten Sozialwesen und Wirtschaft, die fakultativ den Erwerb der Fachhochschulreife ermöglicht.
Die Schulformen Berufsvorbereitungsjahr, Berufsfachschule I und II eröffnen mit ihren gewerblich-technischen und wirtschaftlichen Ausrichtungen Bildungswege von der Berufsreife bis zum qualifizierten Sekundarabschluss I (Mitlere Reife).
Die eigentliche Berufsschule deckt den Unterricht für Auszubildende in mehr als 40 Berufen ab – unter anderem in den Bereichen Metall, Wirtschaft, Nahrungsmittelhandwerk, Schmuck, Bau, Holz, Elektro und Gastgewerbe. Der Großteil der Auszubildenden im Landkreis wird hier beschult. In einzelnen Fachrichtungen, etwa im Bereich Edelstein und Schmuck, kommen Schülerinnen und Schüler sogar über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus an die Idar-Obersteiner BBS.
Studiendirektor Jürgen Klein verwies zudem auf das internationale Engagement der Schule. Seit 2015 ist die BBS Idar-Oberstein offiziell Europaschule des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen des Erasmus+-Programms nehmen Schülerinnen und Schüler regelmäßig zudem an Austauschprojekten teil, die unter anderem Aufenthalte in Irland, Malta oder Tschechien umfassen. Mit einer Schule in Příbram besteht bereits seit 20 Jahren eine Partnerschaft.
Auch das Schulleben ist vielfältig: Neben gemeinschaftsfördernden Aktivitäten gehören Skifreizeiten, das Nikolaus-Fußballturnier sowie die regelmäßige Teilnahme am europaweiten Wettbewerb „Planspiel Börse“ zum festen Programm.
Im offenen und konstruktiven Austausch sprachen Kowalski und die Schulvertreter zudem über aktuelle Herausforderungen, darunter die personelle Situation im Sekretariat, notwendige Gebäudeunterhaltungsmaßnahmen sowie das Themenfeld „Digitalisierung/EDV“.
Der Landrat unterstrich die Bedeutung der BBS als größte Schule in Kreisträgerschaft und bekräftigte das Ziel, dort – wie auch an den anderen Bildungsstätten unter seiner Regie – möglichst optimale Rahmenbedingungen fürs Lernen zu schaffen. Zugleich erinnerte er aber auch an die finanzielle Situation des Kreises, die die Spielräume für Investitionen begrenzt.
Gleichwohl eröffnen sich derzeit mehrere Perspektiven zur Verbesserung der räumlichen Ausstattung: Über das Regionale Zukunftsprogramm (RZN) des Landes besteht die Möglichkeit einer vollständigen Förderung für die Einrichtung einer modernen Lernlandschaft auf rund 460 Quadratmetern im Gebäude der BBS Technik. Davon könnten insbesondere die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) profitieren.
Darüber hinaus besteht mithilfe von Stiftungsgeldern der Harald-Fissler-Stiftung und der Bürkle-Stiftung die Option, einen sogenannten „Maker Space“ als offene Lernwerkstatt einzurichten.
Ein weiteres Angebot kommt von der Kalyandjian-Conradt Stiftung, die die Einrichtung eines neuen MINT-Fachraums finanzieren würde. Stifterin Heide Kalyandjian-Conradt hatte erst kürzlich mit einer großzügigen Spende an den Kreis die Voraussetzungen für die geplante Sanierung der Sportanlage am Schulzentrum „Auf der Bein“ in Idar-Oberstein/Weierbach geschaffen.
„Dieses Engagement kann man gar nicht hoch genug loben und sich dafür bedanken. Wenn die Stiftung nun sogar noch einen MINT-Raum in der BBS ermöglichen würde, wäre das für uns wie ein zweiter Sechser im Lotto“, betonte der Kreischef.
Zugleich machte Kowalski deutlich, dass die Planung und Umsetzung solcher Projekte Zeit benötigen und eine Priorisierung sinnvoll sein kann. Abschließend ging es im Dialog mit den BBS-Vertretern auch um die allgemeine künftige Entwicklung der Schullandschaft im Kreis – insbesondere um Möglichkeiten, die Außendarstellung der Schulen weiter zu stärken.
Bildunterzeile:
Die Berufsbildende Schule (BBS) in Idar-Oberstein ist die größte Schule im Kreis Birkenfeld. Groß war auch die Kollegiumsrunde um Direktor Markus Müller (5. von rechts), die Landrat Miroslaw Kowalski (7. von rechts) bei dessen Besuch in der Vollmersbachstraße empfing. Foto: Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld