Kreisbereisung des Landrats: Brücken lockt mit preisgünstigen Bauplätzen

Veröffentlicht am: 27.08.2025
Kreisbereisung Brücken

Zu Brücken hat Landrat Miroslaw Kowalski eine ganz besondere Beziehung, wie er bei seinem Besuch im Rahmen der Kreisbereisung kundtat: „Als wir 1989 aus Polen in den Kreis Birkenfeld kamen, wohnten meine Frau und ich in den ersten Wochen in Brücken, und zwar im ,Höfchen‘.“ Damals konnte er in der größten Trauntalgemeinde noch alles für den täglichen Bedarf kaufen, denn es gab noch zwei Bäckereien, zwei Metzgereien, ein Lebensmittelgeschäft und zwei Banken.

 Von dieser Infrastruktur, die die kleine Mittelpunktfunktion des 1.300-Seelen-Orts unterstrich, ist nur der von Christine Schwarz betriebene letzte Tante-Emma-Laden im Kreis Birkenfeld geblieben. Zudem eröffnete ein Bäcker eine Filiale. Die Grundschule, der Kindergarten und die beiden Gaststätten haben ebenfalls ein Einzugsgebiet, das über die im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ oftmals erfolgreiche Nationalparkgemeinde hinausreicht. Wirtschaftliches Rückgrat ist Howatherm Klimatechnik. Ferner siedelten sich einige Kfz-Betriebe an.  

 Im ehemaligen Dreschschuppen, heute Veranstaltungsstätte mit angegliedertem Dorfmuseum, fand sich der größte Teil des Gemeinderats ein, um den Landrat zu empfangen. Auf einem kurzen Rundgang erläuterte Ortsbürgermeister Marc Arend abgeschlossene und laufende Projekte. So machen sich an der alten Schule erhebliche Schäden der Bausubstanz bemerkbar und zwingen zum Handeln. Im historischen Gebäude tagt unter anderem der Gemeinderat, während das evangelische Gemeindezentrum ebenso wie der Saal Bruch ein beliebter Ort für Familienfeiern ist. Ein Pfarrer residiert in Brücken nicht mehr, Den Steg über den Traunbach zwischen der Buhlenberger Straße und dem Mühlenweg erneuerten engagierte Bürger in Eigenleistung. In gleicher Weise entstanden die vier insbesondere von Einheimischen rege frequentierten Wanderwege auf der Gemarkung, schilderte Arend, der an der Ortsspitze den von 1974 bis 2019 amtierenden Karl-Otto Engel beerbt hatte.

 Unter dem Motto „Brücken ist sportlich“ skizzierte der 38-Jährige die Aktivitäten des FC Brücken, der außer seinem Schwerpunkt Fußball auch Kinderturnen, Seniorensport und Cornhole anbietet. Hingegen löste sich die Frauengymnastikgruppe 2024 nach 60 Jahren auf.

 Schließlich fasste Arend den Sachstand zur von der Verbandsgemeinde geplanten Feuerwache Trauntal zusammen, die nunmehr am Standort des maroden Brückener Feuerwehrgerätehauses am Festplatz entstehen soll: „Als Gemeinde könnten wir das Vorhaben unterstützen, indem wir den Bauplatz zur Verfügung stellen und eine Mehrzweckhalle als Provisorium für die Bauphase errichten würden.“
 Zumal die Nachfrage nach Wohnraum in Brücken seit Langem das Angebot übersteigt, erschloss die finanziell gut aufgestellte Gemeinde kontinuierlich Bauland. Im Neubaugebiet Hirchenberg sind noch Bauplätze zu günstigen Preisen frei: für 36 Euro pro Quadratmeter im ersten und für 49 Euro im zweiten Abschnitt. Für zum Verkauf stehende Gebäude fanden sich rasch Abnehmer. Schleppend und problematisch verlief auch in Brücken der Glasfaserausbau.

 Auf Distanz ging der 1. Beigeordnete Eckhard Schöpfer zu den vielerorts ausgewiesenen und anderswo vom Gemeinderat geforderten Tempo-30-Zonen auf klassifizierten Straßen: „In Brücken wird es das nicht geben!“

Bildunterzeile:

Sanierungsbedürftig ist die alte Schule, erfuhr Landrat Miroslaw Kowalski (3. von links) im Gespräch mit Ortsbürgermeister Marc Arend (4. von links) und den anderen Begleitern seines Rundgangs durch die größte Gemeinde im Trauntal. Foto: Karsten Schultheiß/Kreisverwaltung Birkenfeld