96 Besuche in sieben Monaten: Landrat Kowalski war 2025 auf großer Tour

Veröffentlicht am: 18.12.2025
Kreisbereisung Bilanz Collage

Landrat Miroslaw Kowalski hat sein Versprechen, das er im September 2024 im Rahmen einer Ortsbürgermeisterdienstbesprechung gegeben hat, im Jahr 2025 eingelöst: Innerhalb von exakt sieben Monaten besuchte er sämtliche 96 Städte und Gemeinden im Nationalparklandkreis Birkenfeld.

Die Beweggründe für die Kreisbereisung erläuterte Kowalski bei seinen Stationen immer wieder sehr deutlich. Zum einen ging es ihm darum, die Ortsbürgermeister/innen sowie die Mitglieder der Gemeinderäte persönlich kennenzulernen – zumal nach der Kommunalwahl 2024 einige neue Mandatsträger/innen ihre Ämter übernommen hatten.

Zum anderen wollte er generell all jenen Danke sagen, die sich ehrenamtlich engagieren und damit eine tragende Säule für lebendige Dorfgemeinschaften bilden. Das „Rentnerkommando“ in Mittelreidenbach, die Frauenhilfe in Fohren-Linden oder die Elterninitiative in Buhlenberg sind nur drei Beispiele für die Vielzahl an freiwilligen Helfergruppen, die in den Kreiskommunen den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort stärken.

Deshalb waren bei den jeweils circa zweistündigen Stippvisiten stets auch Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, der Feuerwehr oder anderer Initiativen ausdrücklich willkommen – eine Einladung, der vielerorts gerne gefolgt wurde.

Wichtig ist es Kowalski, sein Amt nicht nur vom Birkenfelder Schloss aus auszuüben, wie er betonte: „Ich möchte erfahren, welche Themen euch bewegen und welche Wehwehchen ihr möglicherweise habt.“ Der direkte Austausch mit den Akteuren vor Ort sei für ihn Grundlage, um Entscheidungen im Sinne des gesamten Kreises treffen zu können.

Los ging es am 12. April in Frauenberg – einer Gemeinde mit einer der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten des Kreises, der Burgruine Frauenburg. Den Abschluss bildete am 12. November die Stadt Idar-Oberstein als größte Kommune des Kreises.

Bei allen Terminen begleitet von einem Mitarbeiter der Pressestelle steuerte der Landrat zunächst die 14 Gemeinden der Verbandsgemeinde (VG) Baumholder an, bevor er sich den 31 Kommunen der VG Birkenfeld widmete – seiner früheren politischen Heimat als Stadtbürgermeister. Vor allem während der sitzungsfreien Sommerferienzeit konzentrierte er die Besuche auf die VG Herrstein-Rhaunen mit ihren 50 Gemeinden.

Ob bei ungemütlichem Wetter oder unter hochsommerlicher Hitze: Wenn möglich, führte ein kleiner Rundgang durch die Orte, um neuralgische und wichtige Stellen in den Blick zu nehmen.

Die Gastgeber ließen sich dabei oftmals etwas Besonderes einfallen – etwa eine Planwagenfahrt rund um Hettenrodt oder eine Bustour in Wickenrodt gemeinsam mit dem Chef von Bohr-Reisen. Vielfach sorgten die Gemeinden außerdem dafür, dass der Landrat und seine Begleiter nach dem Termin gut gestärkt die Heimreise antreten konnten.

Bei jedem Besuch dabei: ein kleines, schwarzes Notizbuch. „Jeder Ort bekommt hier drin nur eine Seite“, sagte Kowalski – und hielt sich strikt daran, egal ob im kleinsten Ort des Kreises, Schwerbach (46 Einwohner), oder in Idar-Oberstein mit mehr als 32.000 Menschen. Besonders fett markierte Stichworte standen dabei für konkrete Anliegen, die er unmittelbar nach dem Termin zur weiteren Bearbeitung an die zuständigen Stellen in der Kreisverwaltung weitergab.

„Natürlich konnten wir nicht in allen Punkten helfen“, bilanziert er offen – unter anderem, weil manche Bereiche nicht (mehr) in der Zuständigkeit des Kreises liegen, wie etwa die Genehmigung von Windkraftanlagen.

In vielen Fällen gab der Besuch jedoch wichtige Impulse: Häufig ging es um Unterstützung kleinerer Projekte in den Orten – beispielsweise der Bau von Grillhütten. Hier leisten insbesondere Spendengelder der Kreissparkasse im sogenannten „Landratstopf“ wertvolle Hilfe.

Thematisch prägten einige wiederkehrende Anliegen die Gespräche mit den Lokalpolitiker: Im Fokus stand zum Beispiel der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis Birkenfeld. Um hier die Zahl an leer durch die Gegend fahrenden Bussen zu minimieren und Kosten zu sparen, andererseits aber auch Orte wie Schauren oder Langweiler besser ans Netz anzubinden, wird in den Kreisgremien intensiv über Verbesserungsmöglichkeiten beraten.

Kritisch angesprochen wurde vielerorts der Zustand von Straßen, auch solcher in Trägerschaft des Kreises. Häufig wurde dabei der Wunsch nach mehr Tempo-30-Zonen in Ortsdurchfahrten geäußert. In der VG Birkenfeld war zudem die geplante Installation von Freiflächen-Photovoltaikanlagen ein dominierendes Thema, während in der VG Herrstein-Rhaunen die Finanzierung neuer Baugebiete mehrere Gemeinden umtreibt.

Nach Abschluss seiner Tour zeigte sich Kowalski begeistert von den Eindrücken, die er sammeln durfte: „Es ist beeindruckend, wie facettenreich die Gemeinden in unserem Kreis sind und wie viel sie zu bieten haben.“ Besonders imponiert habe ihm der vielerorts starke Gemeinschaftsgeist und die herzliche Gastfreundschaft, die ihm überall begegnet seien.

Auch aus den Kommunen kam viel positives Feedback. „Ich finde es eine tolle Sache, dass der Landrat ein so großes Interesse zeigt, alle 96 Orte im Kreis kennenzulernen und sich mit den Gemeindevertretern auszutauschen“, lobte beispielsweise Herborns Ortschef Thorsten Petry stellvertretend für viele Amtskollegen. Und der Erste Beigeordnete von Oberwörresbach, Mathias Druglat, brachte es so auf den Punkt: „Wir haben einen Landrat, der die Bürgernähe sucht – und sie auch findet.“

Bildunterzeile:

Auf dieser Collage sind Impressionen aus einigen Besuchsstationen zu sehen. Motive aus allen Orten finden Sie auf den Facebook- und Instagramseiten des Landkreises. Fotos: Karsten Schultheiß und Axel Munsteiner/Kreisverwaltung Birkenfeld