Erster Junger Riese gepflanzt

Veröffentlicht am: 02.11.2018

Junge Riesen

von links: Landrat Dr. Mattias Schneider, Michael Fuchs und Jochen Krebühl pflanzen den Jungen Riesen, einen Nachfahre der 188 Jahre alten Ulme aus Heiligenbösch.

Mit der Pflanzung eines Jungen Riesen am Nahe-Radweg unterhalb des Krechelsfelsens gaben Landrat Dr. Matthias Schneider, Michael Fuchs von der Baumschule Fuchs in Idar-Oberstein und der Geschäftsführer der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Jochen Krebühl, den Startschuss für die Pflanzung von Jungen Riesen im Nationalparklandkreis Birkenfeld.

Diese so genannten Jungen Riesen sind Nachzuchten alter, geschichtsträchtiger Bäume und Sträucher, die das Landschaftsbild, wie auch manche historische Stätte prägen. Einige dieser Alten Riesen stehen nicht zuletzt aufgrund ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit als Naturdenkmale unter besonderem Schutz. Das Projekt „Jungen Riesen“ der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz setzt sich für die Nachzucht dieser besonderen alten Gehölze ein. Ausgewählte Bäume und Sträucher werden über Samen- und Stecklingsvermehrung nachgezogen, als Junge Riesen aufgezogen und ausgepflanzt. Fachlich kompetenter Partner bei der Nachzucht ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF).

Die in Enzweiler gepflanzte Bergulme ist ein Nachkomme der 1830 gepflanzten Ulme bei Heiligenbösch. Dieser nun 188 Jahre zählende Alte Riese wurde 1985 in die Liste der Naturdenkmale aufgenommen. Er ist das größte Exemplar seiner Art im Nationalparklandkreis Birkenfeld mit einer breit ausladenden Krone von 26 Metern Durchmesser. Die Pflege der Enzweilerer Bergulme übernimmt der örtliche Verschönerungsverein, dessen Mitglieder zahlreich erschienen waren. Landrat Schneider dankte dem Verein für das Engagement. „Unsere Planungen sehen die Anpflanzung weiterer Junger Riesen an dieser Stelle vor, und zudem sollen später Infotafeln die Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger zu den Bäumen und dem Projekt informieren“, so Hans-Joachim Werner, stellvertretener Leiter der Abteilung Bauen und Umwelt bei der Kreisverwaltung.

Im Jahr 2015 wurden im Nationalparklandkreis Birkenfeld insgesamt 21 Bäume und Sträucher beerntet und in der FAWF zu Sämlingen herangezogen, darunter Eiche, Linde, Ulme, Mammutbaum, Moorbirke, Ilex und Wachholder. Letztes Jahr gingen fast 300 Pflänzchen an die Baumschule Fuchs in Idar-Oberstein, die sich um das Wohlergehen der Jungen Riesen kümmert. Die ersten Bäume stehen nun zum Verkauf, aktuell noch ca. 45 Moorbirken (aus einem Bruchwald bei Börfink) und Ulmen (aus Heiligenbösch). Weitere Arten sind voraussichtlich im nächsten Jahr verkaufsfertig.

Weitere Informationen über das Projekt erhalten Sie unter www.snu.rlp.de. Kontakt zur Baumschule Fuchs: www.baumschule-fuchs.de