Rauschers Wappen-Vortrag faszinierte

Veröffentlicht am: 06.07.2017

Einen interessanten Vortrag über Wappen hielt Manfred Rauscher im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Kreisvolkshochschule zum Oldenburg-Jubiläum. Schwerpunktmäßig widmete er sich den Wappen, die während der oldenburgischen Zeit an der oberen Nahe (1817-1937) entstanden waren: jenen des Fürstentums und des Landesteils Birkenfeld sowie der Gemeinden Oberstein, Idar, Birkenfeld und Herrstein.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Entstehung des Fürstentums fasste der Stadtarchivar Flaggen, Wappen und Siegel unter dem Begriff Hoheitszeichen zusammen. Als der oldenburgische Regent Paul Friedrich August (August I.) 1829 den Titel Großherzog annahm, integrierte er auch die Landesteile Birkenfeld und Lübeck in sein Staatswappen. In diesem Zusammenhang wies der Referent auf zwei gravierende Fehler

Bei den kommunalen Wappen nahm die Gemeinde Oberstein eine Vorreiterrolle ein – allerdings ungewollt. 1891 teilte ihr die Regierung in Birkenfeld mit, dass das jahrzehntelang vom Schöffenamt Oberstein geführte Dienstsiegel mit einem Eichbaum keinen historischen Hintergrund habe und heraldisch nicht tragbar sei. Ein oldenburgischer Archivrat entdeckte in den Akten des Reichskammergerichts alte Siegel, wobei das 1906 etablierte Obersteiner Wappen an ein Vorbild von 1618 anknüpfte, bestehend aus Doppelhaken (Forsthaken), Baum und Eichelfrucht. In Idar fassten die Stadtväter 1913 den Entschluss, ein Wappen zu schaffen, doch der Krieg verzögerte die Umsetzung. Der vom oldenburgischen Innenministerium 1923 genehmigte Schild enthielt ebenfalls einen Doppelhaken und zwei Rosen. Nach dem Zusammenschluss der beiden Städte 1933 fanden sich Forsthaken, Rose und Eichel im gemeinsamen Wappen wieder. An Beispielen wie dem Kopf von Tageszeitungen oder Inflationsgeld verdeutlichte Rauscher die Verwendung. Daneben ließen nur Birkenfeld (1923) mit Birke und rot-silbernem Schachbrett und Herrstein (1936) mit blau-goldenem und rot-silbernem Schach sowie blauem Dreiberg schon in der Ära Oldenburg eigene Wappen kreieren.

Obwohl die Zuhörer überwiegend aus Idar-Oberstein  stammten, faszinierte sie – wie die Fragerunde offenbarte – vor allem, dass das rot-silberne Schachbrett der Hinteren Grafschaft Sponheim auch im kroatischen Staatswappen auftaucht. Dies sei Zufall, entgegnete Manfred Rauscher.