Geflügelpest in Deutschland

Autor: Abteilung 8
Veröffentlicht am: 21.11.2016

Geflügelpest in Deutschland

In mehreren Bundesländern ist die Geflügelpest, aviäre Influenza oder Vogelgrippe ausgebrochen. Dabei handelt es sich um eine durch Viren verursachte Tierseuche, von der viele Geflügelarten und insbesondere auch wildlebende Wasservögel betroffen sein können.

Als Erreger wurde ein Influenzavirus des Typs H5N8 nachgewiesen, das aktuell hochansteckend durch Zugvögel aus Osteuropa kommend verbreitet wird. In Teilen Deutschlands mit besonders hohem Infektionsrisiko wie Zugvögel-Rastgebieten oder Gebieten mit intensivem Wasservogel-Vorkommen wurde deshalb eine Aufstallung von Hausgeflügel angeordnet. Als Aufstallung gilt das Halten in geschlossenen Ställen oder in sogenannten Wintervolieren, also in Ausläufen mit Abdeckung nach oben und seitlicher Sicherung gegen das Eindringen von Wildvögeln.

Aktuell (Stand 17.11.2016) wurde in Rheinland-Pfalz noch kein Fall eines Ausbruchs der Aviären Influenza bei Wild- oder Hausgeflügel festgestellt. Alle bisher untersuchten Proben waren negativ. Aufgrund  der Häufung der Virusnachweise bei Wildvögeln sowie der Ausbrüche in Geflügelbetrieben einiger Bundesländer soll bundesweit  demnächst eine Eilverordnung erlassen werden, die für alle Geflügelhalter die Einhaltung besonderer Vorsichtsmaßnahmen vorsieht.

Angesichts der Häufung der Virusnachweise bei Wildvögeln sowie der Ausbrüche in Geflügelbetrieben einiger Bundesländer, empfiehlt die Kreisverwaltung Birkenfeld allen Geflügelhaltern, im eigenen Interesse und zum Schutz ihrer Tiere, die folgenden Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt zu beachten:

  • Kontakte mit Wildvögeln vermeiden. Möglichst aufstallen oder in überdachten Ausläufen halten.
  • Oberflächenwasser in Ausläufen entfernen oder abdecken, Tränken im Freien entfernen, kein Zugang zu natürlichen Gewässer gestatten
  • Fütterung nur in geschützten Stallbereichen, kein Grünfutter o.ä. verfüttern
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, für Wildvögel unzugänglich aufbewahren
  • Keine fremdem Geflügelbestände aufsuchen, Besucherkontakte vermeiden
  • Unnötiges Betreten des Geflügelbestandes vermeiden
  • Möglichst kein Geflügel transportieren
  • Auf Ausstellungen, Schauen oder Börsen mit Geflügel verzichten
  • Auffälligkeiten oder vermehrte Todesfälle tierärztlich überprüfen lassen
  • Tierkadaver sicher und vor Wildtieren geschützt lagern
  • Direkten Kontakt zu verendeten oder kranken Wildvögeln vermeiden

Fälle von Infektionen mit aviärer Influenza des Typs H5N8 sind beim Menschen bisher nicht bekannt.

An dieser Stelle weist die Kreisverwaltung Birkenfeld ausdrücklich auf die gesetzlich vorgeschriebene Anzeigepflicht für Geflügelhaltungen hin. Bestehende Haltungen sowie Änderungen in der Haltung von Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern, Wachteln oder Laufvögeln sind unverzüglich anzuzeigen. Bei Haltungen, die bisher nicht gemeldet sind, sollte dies schnellstens nachgeholt werden. Meldebogen dazu gibt es auf der Internetseite der Kreisverwaltung Birkenfeld unter www.landkreis-birkenfeld.de, Rubrik Veterinärwesen - Tierseuchenbekämpfung oder können beim Veterinäramt angefordert werden. Auffälligkeiten und vermehrte Todesfälle im Bestand müssen unverzüglich dem Veterinäramt gemeldet werden.

Dafür können sich Geflügelhalter unter der Rufnummer 06782-15800 an das Veterinäramt der Kreisverwaltung wenden.

Weitere Informationen zur Geflügelpest gibt es auf den Internetseiten des Friedrich-Loeffler-Instituts  www.fli.de  sowie des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz www.mueef.rlp.de