Die Untere Wasserbehörde informiert: Tipps und Informationen für Gewässeranlieger, Teil 6

Veröffentlicht am: 25.11.2016

Die Untere Wasserbehörde informiert in Zusammenarbeit mit dem Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz (ibh) zum Thema Hochwasserschutz und die Möglichkeiten der Vorsorge. Die veröffentlichten Beiträge sind auch dem Internetauftritt des ibh unter www.ibh.rlp.de in der Rubrik Themen / Informationen der Bevölkerung nachzulesen. Die Beträge das Ergebnis eines Workshops. Bei Rückfragen steht Ihnen die Untere Wasserbehörde unter 06782/15-624 oder 15-625 zur Verfügung.

So mache ich mein Haus hochwassersicher:

Ein vollständiger Schutz gegen Hochwasser ist nicht möglich, aber bis zu einem bestimmten Wasserstand können Sie durch Vorsorgemaßnahmen die möglichen Schäden reduzieren. Dazu gibt es ein paar Grundregeln, beginnend von der Gebäudenutzung über die Wahl von Baustoffen und Materialien bis hin zur Installation von Schutzvorkehrungen am Haus.

•Verlagern Sie, wenn möglich, empfindliche und hochwertige Nutzungen wie Wohn- und Schlafräume in die oberen Etagen. Lagern Sie im Keller nur Dinge, die unempfindlich sind oder schnell ausgeräumt werden können.

• Gleiches gilt für elektrische Anlagen. Die Anordnung der Energieverteilungsanlage sollte 50 cm über dem höchsten Wasserspiegel liegen.

• Schützen Sie Ihr Gebäude gegen Rückstau aus der Kanalisation.

• Prüfen Sie bei Erneuerung Ihrer Ölheizung Alternativen (Gas) und die mögliche Verlegung in ein Obergeschoss.

• Wählen Sie wasserverträgliche Materialien beim Bauen, Sanieren und Renovieren.

• Gebäudeöffnungen können durch mobile Elemente verschlossen werden, um zu verhindern, dass Wasser eindringt. Standsicherheit und die Gefahr des Aufschwimmens sind jedoch unbedingt zu beachten.

• Für die Planung und Ausführung dieser Maßnahmen ziehen Sie am besten Fachleute zu Rate, die sich in der komplexen Materie auskennen. Bei der Suche nach entsprechenden Fachleuten mit Kenntnissen im hochwasserangepassten Planen, Bauen und Sanieren helfen Ihnen die Ingenieurkammer, die Architektenkammer und die Handwerkskammer. Außerdem gibt es zahlreiche Broschüren und Faltblätter, mit denen Sie sich informieren können, z.B. die Hochwasserschutzfibel des Bundesbauministeriums oder die Broschüre „Land unter“ des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz.

SERIE: Tipps und Informationen für Gewässeranlieger, Teil 6

Was können Sie als Gewässeranlieger für Ihr Gewässer tun?

Wasserentnahme

Das Fließgewässer dient dem Anlieger oftmals zum Gießen seines Anwesens. Denn es gibt ja genug Wasser im Bach, so scheint es, um dem Problem der leeren Regenwassertonnen in den Trockenperioden der heißen Sommermonate Herr zu werden, ohne auf das wertvolle und teure Trinkwasser zurückgreifen zu müssen. Und so hängen etliche der Gartenbesitzer kurzer Hand ihre Tauchpumpe in den Bach und haben scheinbar eine billige Lösung gefunden, ihre Blütenpracht vor dem Verdursten zu retten.

Doch Irrtum!! Ihr Tun und Handeln kommt dem Bach aus biologischer Sicht teuer zu stehen. Insbesondere kleinere Fließgewässer sind während einer längeren Trockenperiode von Austrocknung und damit von einem Absterben ihrer Wasserorganismen bedroht.

Daher bitte unbedingt beachten:

• Entnahme von Wasser nur mit Handschöpfgeräten (z. B. Gießkanne, Eimer).

• Verwendung von Regenwasser zur Gartenbewässerung.

• Keine Entnahme von Wasser mit Pumpen ohne Genehmigung (Ausnahme: Hessen).

• Gewässer nicht aufstauen (behindert die Wanderung der Fische und Kleinlebewesen).

• Kein Bau von Treppen zum Gewässer (wird nur im Ausnahmefall genehmigt).

• In Niedrigwasserzeiten kann die Entnahme eingeschränkt bzw. verboten werden.

Vorsicht Bußgeld!!!

Wird gegen eine der hier genannten Vorgaben verstoßen oder die erforderliche Genehmigung nicht eingeholt, drohen empfindliche Bußgelder.